Der menschen:raum ist ein Ort für ganzheitliche Gesundheit, Begegnung und persönliches Wachstum. Mit ihrer Vision bietet Jenny Eickworth in der Esslinger Weststadt Selbstständigen aus verschiedensten Heilberufen ein Zuhause, um gemeinsam Angebote wie Workshops, Thementage oder Weiterbildungen durchzuführen.

Liebe Jenny, warum hast du dich dazu entschieden den menschen:raum in Esslingen zu eröffnen? Was gefällt Dir an der Stadt besonders gut?
Teilhabe ist für mich ein Menschenrecht – noch scheitert sie zu oft am Geldbeutel, doch mit der jüngsten Umfirmierung zur menschen:raum gGmbH öffnen wir ein Zentrum für Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit, das genau das ändert.
Als Zugezogene habe ich mich in Esslingens offene, bunte Lebendigkeit verliebt und möchte, dass meine hier geborenen Kinder in einer Stadt aufwachsen, die Chancen teilt statt verteilt. Gerade in der Neuen Weststadt sehe ich enormes Potenzial, damit Esslingen offen, bunt und lebendig bleibt.
Welche Erfahrungen und Leidenschaften hast Du mitgebracht?
Ich bin promovierte Maschinenbauingenieurin, denke gern in komplexen Systemen und verbinde dieses Denken nun mit meiner sozialen Ader: Statt eine klassische Karriereleiter zu erklimmen, wähle ich bewusst den kontroversen Weg einer gemeinnützigen Kapitalgesellschaft. Ich kreiere inspirierende Gemeinschaften, in denen Kreativität sprüht, Persönlichkeitsentwicklung greifbar wird und mein unerschütterliches Vertrauen in die Menschheit spürbar ist.
Wie hat der Mietkostenzuschuss der Stadt Dir geholfen, Dein Unternehmen auf sichere Beine zu stellen? Und was würdest du anderen (angehenden) Gründer*innen raten?
Der Zuschuss war vor allem ein starkes Signal der Stadt: Das, was ich tue, wird hier geschätzt. Die Summe allein versetzt zwar keine Berge, war aber eine wertvolle Starthilfe – in der Anfangsphase ist jeder Euro Gold wert. Mein Rat an andere Gründer*innen: Lass keine Gelegenheit aus, sei mutig, stell den Antrag und vertraue auf deine Idee.
Jede Gründung hat Höhen und Tiefen – kannst Du einen Moment teilen, der Dich besonders stolz gemacht hat, und eine Herausforderung, die Du unerwartet meistern musstest?
Als kurz nach dem Start immer mehr Menschen meine Räume buchten und der Tag der offenen Tür herrlich trubelig wurde, war mir klar: Diese wachsende Gemeinschaft ist Wirklichkeit geworden. Hart war dagegen die Erkenntnis, wie rasant Kosten steigen und wie vorsichtig viele Kund*innen aktuell buche. Weil klassische Werbung teuer und lokale Medien zurückhaltend sind, setze ich auf unsere Markenbotschafterin, einen starken Social-Media-Auftritt und konsequentes Community-Building – so wachsen wir nachhaltig, stetig und echt weiter.
Wie hat sich Dein Blick auf die Selbstständigkeit seit dem Einzug in Deine Immobilie verändert? Gab es etwas, was Dich völlig überrascht hat – positiv oder negativ?
Obwohl heute Mitarbeitende und noch mehr Verantwortung an mir hängen, bin ich entspannter als zu Beginn – weil ich voll hinter unserem Geschäftsmodell stehe und täglich sehe, wie gestärkt die Menschen unsere Räume verlassen. Die enorme Wertschätzung überrascht mich positiv und gibt mir Kraft. Negativ bleibt die zähe Bürokratie: Man hat oft das Gefühl, vom Feuerlöscher bis zur Steuererklärung wirklich alles selbst schultern zu müssen.
