INTERVIEW MIT DR. JÖRG ORTMAIER VON BIOMASSETS 

Mit Gras, Kompost & Co. die Energie- und Ressourcenwende mitgestalten – das Ziel verfolgt Dr. Jörg Ortmaier als Mitgründer des Nürtinger Startups Biomassets. 

Lieber Jörg, wofür steht das Startup Biomassets – womit beschäftigt ihr euch? 

Biomassets steht für: Biomasse zu Assets. Unser Ziel ist es, aktuell ungenutzte biogenen Reststoffe, wie Straßenbegleitgrün oder Landschaftspflegematerial, wertschöpfend zu verwerten, sei es für Energie, Wärme, Wasserstoff oder andere Produkte.

Dabei ist Biomasse nicht gleich zu setzen mit Biogas, richtig? 

Biogas ist etabliert, aber die Branche hat viele Probleme. Wir setzen am Rand auch auf Biogas, aber stärker auf Biomassevergasung – thermochemische Konversion wie Pyrolyse oder Holzgasverfahren. Diese nutzen Kohlenstoff vollständiger, steigern die Energieausbeute pro Fläche, reduzieren Transporte und flüssige Rückstände. 

Das hat Vor- und Nachteile, aber ich bin ein Fan von hoher Flächeneffizienz und variablen Inputstoffen. Und wir wollen weg vom Mais hin zu echten Reststoffen aus Landschaftspflege, Biodiversitätsflächen und Schutzgebieten. 

Du baust das Startup Biomassets mit deiner Mitgründerin Daniela Horna aktuell in Teilzeit auf und bist parallel noch in einem Angestelltenverhältnis. Warum hast du dich für dieses Modell entschieden? 

Die Teilzeit-Anstellung hat Vorteile – sie gibt Sicherheit, während ich trotzdem genug Zeit für Biomassets habe. Es ist keine Doppelbelastung neben einem Vollzeitjob, sondern ein guter Mix. Natürlich könnte man mehr schaffen, wenn man nicht ständig zwischen Themen und Standorten wechseln müsste, aber insgesamt tut mir der Ausgleich gut. Gleichzeitig bin von unseren Themen bei Biomassets überzeugt. Wir wissen, dass wir nicht sofort viel verdienen werden, aber langfristig profitieren.

 
War es dir schon immer klar, dass du mal gründen würdest?

Nein. Aber schon im Studium dachte ich oft: Es gibt so viele gute Konzepte, aber die passenden Leute oder Firmen zu finden, ist schwierig. Und das Risiko ist groß, dass einem gute Ideen abgenommen werden und man selbst leer ausgeht. Gleichzeitig kommt man allein nicht weit. Irgendwann blieb nur die Option, selbst mit guten Leuten etwas aufzubauen.