Eine Unternehmensnachfolge kann eine tolle Möglichkeit sein, um ein Unternehmen zu bewahren, wenn ein Verkauf o.ä. nicht angestrebt ist. Um sie erfolgreich zu gestalten, sollte auf bestimmte Dinge geachtet werden.
Nachfolge ist kein Projekt für die letzten zwölf Monate vor dem Ausstieg. Wer erst startet, wenn der Rückzug unmittelbar bevorsteht, gerät unter Zeitdruck und trifft Entscheidungen aus Not statt aus Strategie. Daher sollten Überlegungen zu einer möglichen Nachfolge, die Suche nach geeigneten Kandidat*innen und die tatsächliche Übergabe mit genug Vorlauf geplant werden.
Auch die Einbeziehung der Belegschaft ist maßgeblich, um das Vorhaben gut durchführen zu können. Die Nachfolge ist sozusagen kein „Stichtag“, sondern ein Veränderungsprozess und kann daher wie ein Transformationsprojekt gesehen werden, bei dem alle einbezogen werden. Die aktuelle Führung muss sich auch klar darüber sein, dass die Nachfolge das Unternehmen anders leitet als bisher. Eine Nachfolge bedeutet nicht, den Statuts quo zu konservireren, sondern Gestaltungsspielraum zu lassen.
Viele Betriebe hängen außerdem stark am Erfahrungswissen der bisherigen Führung. Wenn dieses Wissen nicht systematisch dokumentiert und weitergegeben wird, entsteht nach dem Wechsel ein gefährliches Vakuum. Ein gutes Wissensmanagement ist daher unerlässlich. Grundsätzlich gilt das natürlich für jedes Unternehmen, im Falle einer Nachfolge zeigt sich die Tragweite deutlich.
Unter Umständen lohnt sich auch die Einbeziehung einer externen Expertise, damit Entscheidungen – vor allem bei familiengeführten Unternehmen – nicht aus Loyalität, Gewohnheit oder familiäten Entscheidungen getroffen werden, sondern aus unternehmerischer Perspektive heraus.

